Debatte über die Zukunft des Urheberrechts im Handelsblatt
"Mein Kopf gehört mir" unter diesem Motto hat das Handelsblatt Kreative, Politiker und Wirtschaftsvertreter zu der Zukunft des Urheberrechts befragt. Die Bundesjustizministerin hat vor allem zum Ausdruck gebracht, dass angesichts der Dynamik des technologischen Wandels niemand fertige Antworten für das Urheberrecht der Zukunft hat:
- Datum
- 05.04.2012
© Butzmann
Kreativität ist eine individuelle Leistung, die die Menschheit z.B. durch Erfindungen immer wieder voran bringt. Die neue digitale Welt ersetzt nicht die Kreativität einzelner, sondern schaffte Netzwerke für Ideen in neuem Ausmaß. Wer heute im Netz Musik kauft, Flüge bucht oder skypt, nutzt Innovationen, hinter denen auch individuelle Kreativität steckt, genauso wie kommerzielle Interessen. Die Piraten blenden die wirtschaftlichen Wirkungsmechanismen in der digitalen Welt aus. Sie verstehen das Internet der frühen Neunziger als Blaupause für das Urheberrecht im 21. Jahrhundert. Das Netz ist kein eigener Raum, der nach seiner eigenen Logik tickt. Die Modernisierung des Urheberrechtes wird nicht mit Schlagworten gelingen. Wie kann z.B. ein europäisiertes Urheberrecht aussehen, das einen fairen Interessenausgleich zwischen Kreativen, kommerziellen Anbietern und Usern eröffnet? Wie erhalte ich Anreize für Kreative in einer digitalen Welt, die z.B. den Vertrieb der Musikbranche verändert hat? Diese Debatte ist heute eine Debatte in der breiten Öffentlichkeit. Fertige Antworten gibt es angesichts der Dynamik nicht. Nur eines ist klar: Es liegt auch an der Wirtschaft, Geschäftsmodelle für morgen zu entwickeln, die von vorneherein Piraterie verhindern.

