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„Beeindruckende Antworten“ – Bundesministerin der Justiz zeichnet kreatives Engagement gegen Rechtsextremismus aus

240 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Bundesrepublik sind nach Berlin gereist, um ihre Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Tausende hatten sich im vom Bundesjustizministerium ausgerufenen Wettbewerb gegen Rechtsextremismus mit Videos, Plakaten und Aktionen engagiert. Am Mittwochabend nahmen die Gewinner ihre Sach- und Geldpreise entgegen und feierten im „Radialsystem V“. In Ihrer Laudatio lobte die Bundesministerin der Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, den Einsatz der Schüler als „beeindruckende Antworten“ gegen das Problem Rechtsextremismus. Die Debatten kreisten zu sehr um Verbotsverfahren und zu wenig um die politische Bekämpfung von Rechtsextremismus: „Seit Gründung der NPD im Jahre 1964 ist die Verbotsdebatte wieder und wieder geführt worden. Ich verstehe diese reflexhafte Debatte oft nicht“, sagte die Ministerin.

Datum
31.05.2012

„Rechtsextreme bedienen sich an Elementen der Alltagskultur und spielen mit ihnen. Auf genau diese Probleme haben rund 4000 Schülerinnen und Schüler beeindruckende Antworten gefunden. Antworten, die im besten Sinne zivilgesellschaftliches Engagement darstellen.“

Aufgrund der überwältigenden Resonanz hat die Jury Preise teils doppelt und Gruppenpreise bis zum zehnten Platz vergeben. Den ersten Platz der Gruppenpreise teilen sich zwei Gruppen: Eine Gruppe der Finkenberg-Schule aus Köln-Porz erzählt in einem Interview-Film, was für neun Jugendliche „Heimat“ bedeutet. Die Klasse 8c der Lender Heimschule Sasbach, Baden-Württemberg produzierte unter dem Namen „Lender Rainbow Minds“ eine Plakatkampagne und einen selbstkomponierten Rap, „einen richtigen Ohrwurm“, wie es in der Jury-Begründung heißt. Den ersten Einzelpreis bekommt Ozan Aykac aus München für sein eigenes Unterrichtskonzept über Rechtsextremismus. Der 15jährige engagiert sich aufgrund einer persönlichen Erfahrung seit geraumer Zeit gegen Rechtsextremismus und unterrichtet selbständig.

Ebenfalls gewonnen haben Noah Bani-Harouni aus Hamburg (16 Jahre, 2. Platz), Raphael Neubert aus Augsburg (17 Jahre, 3. Platz), Julian Scarcella aus Hameln und André Vieira Auer aus Lauf a.d. Pegnitz (beide 16 Jahre, Sonderpreis für Kreativität). Gruppenpreise wurden außerdem vergeben an die Goetheschule in Einbeck, das Gymnasium Starnberg und zwei Berliner Schüler.

Den Sonderpreis für Zivilcourage überreichte Sanem Kleff, Leiterin der Bundeskoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an die Klasse 9b der Freien Oberschule Baruth für den „Baruther Frühjahrsputz“. Die Schülerinnen und Schüler boten kostenlosen Geschichtsunterricht und „reinigten“ ihren Ort von „braunem Gedankengut“, also allen rechtsextremen Aufklebern und Plakaten. Diese Aktion führte zu Pöbeleien und massiver Kritik von Rechtsextremen.

„Ihre Beiträge sind ein ermutigendes Zeichen“, rief die Ministerin den Jugendlichen im „Radialsystem V“ an der Spree zu. Die abendliche Feier im ehemaligen Berliner Pumpwerk wurde von VIVA-Moderator Jan Köppen moderiert. Für live Elektro-Rock sorgte die dänische Band Dúné.

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