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Mehr Schutz vor häuslicher Gewalt

Opfer von Gewalt - seien es Männer, Frauen oder Kinder - brauchen Schutz. Wer ein Opfer häuslicher Gewalt wird, braucht besonderen Schutz. Denn wer in der Familie oder Partnerschaft geschlagen und gedemütigt wird, empfindet seine Situation oftmals als ausweglos. In solchen Fällen Schutz zu gewährleisten, ist Aufgabe einer modernen Politik. Die Bundesregierung nimmt diese Aufgabe ernst. Wir haben die Bekämpfung von Gewalt im häuslichen Bereich zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit gemacht.
Mit dem Gewaltschutzgesetz, das seit Januar 2002 in Kraft ist,
wurden zentrale rechtliche Vorschriften zur Bekämpfung von
Gewalt im Allgemeinen und häuslicher Gewalt im Besonderen
geschaffen. Insbesondere ist der Grundsatz "Wer schlägt, muss
gehen - das Opfer bleibt in der Wohnung" jetzt umfassend in unserem
Recht verankert. Das Gesetz bietet damit Hilfe für die
überwiegend weiblichen Opfer, wendet sich aber auch an die
Täter: Den Opfern wird nicht länger zugemutet, selbst
für ihren Schutz zu sorgen und dabei auch den Verlust der
vertrauten Wohnung und Umgebung in Kauf nehmen zu müssen. Und
den Tätern wird vom Staat gezeigt, dass Gewalt kein Mittel zur
Konfliktlösung ist. Das Gewaltschutzgesetz zeigt Wirkung in
der Praxis und stößt auf Akzeptanz in der
Bevölkerung. Das ist erfreulich. Ein Grund, sich
zurückzulehnen, ist es aber sicherlich nicht.
Gesetzgebung kann viel bewirken, aber sie kann es nicht allein.
Gesetze müssen mit Leben gefüllt werden. Dies geschieht
durch unterstützende polizeiliche Maßnahmen bei
häuslicher Gewalt, durch Schulungen und Fortbildungen für
alle, die das Gesetz kennen und anwenden müssen, durch
Kooperationen zwischen Polizei, Justiz, Jugendämtern,
Frauenhäusern und Beratungsstellen, durch die Bereitstellung
von Frauenhäusern und anderen geeigneten
Unterbringungsmöglichkeiten, durch Beratungsangebote für
Betroffene und vieles mehr.
Die Bundesregierung hat deshalb bei der Bekämpfung von Gewalt von Anfang an auf einen umfassenden Ansatz gesetzt. Das hat sich bewährt und diesen Weg wollen wir weitergehen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können die Opfer von Gewalt wirksam geschützt werden.


